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Morbus Perthes

Was geschieht beim M. Perthes (Hüftkopfnekrose des Kindes)?

Obwohl die Ursache des M. Perthes nicht bekannt ist, scheinen Knocheninfarkte (Knochentod) in bestimmten Bereichen des Hüftkopfes eine Rolle zu spielen. Es scheint anlagebedingte Faktoren für den M. Perthes zu geben. Häufig betroffen sind Kinder mit einer verlangsamten Knochenentwicklung, das Knochenalter ist meist retardiert.
Im Alter um das 6. Lebensjahr scheint die Gefäßversorgung des verknöchernden Hüftkopfes kritisch zu sein.

Wie sind die Zukunftsaussichten beim M. Perthes (Hüftkopfnekrose des Kindes)?

Der M.Perthes verläuft in typischen Krankheitsstadien. Je junger das Kind bei Auftreten der orthopädischen Erkrankung ist, desto besser ist die Prognose. Entscheidend für den langfristigen Verlauf ist die Form der Hüftgelenkkomponenten (Deformität) nach Ende des Wiederaufbaus.

Welche Beschwerden können beim M. Perthes-erkrankten Kind auftreten?

Zu den Frühzeichen des Morbus Perthes gehören, belastungsabhängige Hüftgelenkschmerzen, die vom Kind häufig aber im Kniegelenk angegeben werden. Durch diese Begebenheit werden die Ursachen der Beschwerden häufig nur verzögert erkannt. Schonhinken, Lauffaulheit und leichte Ermüdbarkeit wird häufig von den Eltern beobachtet. Im Verlauf der Perthes Erkrankung kann es dann zu bleibenden Beinverkürzungen kommen, da der Hüftkopf sich deutlich verändert entwickelt.


Welche Hinweise für einen M. Perthes (Hüftkopfnekrose des Kindes) gibt es bei der Untersuchung?

  • Gangbildveränderung mit Schonhinken
  • Muskelatrophien der Hüftgelenk-umgebenden Muskulatur.
  • Leistendruckschmerzen
  • Beckenfehlstellung mit Beinlängendifferenz)
  • Häufig kann eine unterschiedliche Gelenkbeweglichkeit im Hüftgelenk festgestellt werden.
  • Bewegungsschmerzen insbesondere beim Einwärtsdrehen und Abspreizen.

Wie kann die Diagnose M. Perthes gesichert werden?

Die Röntgenuntersuchung in 2 Ebenen des Hüftgelenkes (Becken a. p. und Lauenstein) ist zur Sicherung der Diagnose und zur Verlaufsbeobachtung notwendig.
In Einzelfällen sind weitere apparative Untersuchungen sinnvoll. Ultraschall- und Kernspintomografische Untersuchung müssen teilweise ergänzt werden.

Welche Ziele werden bei der Therapie des M. Perthes verfolgt?

Die Behandlung des M. Perthes (Hüftkopfnekrose des Kindes) zielt auf eine Ausheilung der Knochenzerstörung. Die verbleibende Wachstumsveränderung und Formveränderung soll möglichst gering sein. Durch die verbleibende Fehlform des Hüftgelenkes kann sich eine Knorpelschädigung und im Verlauf auch eine Hüftarthrose (Coxarthrose) ausbilden.

Es existieren zwei gegensätzliche Behandlungsphilosophien beim M. Perthes des Hüftgelenkes.

  • Entlastende Maßnahmen des Hüftgelenkes (Non-Containment-Methode)
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Überdachung des betroffenen Hüftkopfes (Containment-Methoden)


Unterschiedliche klinische und röntgenologische Anzeichen erfordern einen flexiblen Einsatz der Therapieprinzipien.


Die Therapie zielt auf eine schmerzfreie, gut bewegliche und funktionierende Hüfte während der Perthes Erkrankung ab. Am Ende der Hüfterkrankung soll ein gut geformtes Hüftgelenk entstehen.
Auf was müssen sich die Eltern und das betroffene Kind einstellen?
Die Erkrankung kann bis zum Abschluss des Wachstums andauern. Notwenig sind regelmäßige Kontrollen sowohl der Hüftgelenksfunktion als auch der radiologischen Veränderung des Hüftgelenkes.
Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen und Reiten sind ohne Einschränkung möglich.

Nachfolgende Therapien sind möglich und notwendig:

  • medikamentöse Therapie mit Schmerzmitteln
  • Physiotherapie mit Training der Gesäßmuskulatur, Gangschule, Bewegungsübungen besonders Abspreizübungen und Innendrehung.
  • Belastungsreduktion Schonung und vermeiden starker Belastung. Bettruhe im schmerzhaften Stadium des M.Perthes.
  • Orthesenversorgung zur Entlastung oder zusätzlicher Abduktion des Hüftgelenkes

Wann ist eine Hüftoperation in der Behandlung der Hüftkopfnekrose des Kindes nötig?

Operationsindikation ergibt sich vor allem bei unvollständigem Containment.

Je jünger der Patient und je niedriger die Catterall-Gruppe ist, umso zurückhaltender sollte die Indikation zur Operation gestellt werden. Hier werden Oberschenkel- und Hüftoperationen unterschieden.

Synonyme:

M. Legg-Calve-Perthes-Waldenström, juvenile Hüftkopfnekrose
Morbus Perthes, juvenile Hüftkopfnekrose, Perthes´disease, Aseptische Knochennekrose des kindlichen Hüftkopfes