| Der Knorpelverschleiß der Hüfte, die Coxarthrose, ist eine weit verbreitete degenerative Erkrankung. Viele Menschen leiden im Lauf ihres Lebens unter Hüftbeschwerden durch eine Coxarthrose, denn sie ist die häufigste Arthrose überhaupt. Typische Beschwerden:
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Ursachen von Leistenschmerzen
Viele Patienten leiden an Schmerzen, 'ziehenden' Symptomen, Druckgefühlen oder brennenden Sensationen in der Leistengegend.
Wichtig ist hierbei, nicht nur orthopädische Leiden zu berücksichtigen, sondern auch ein Vielzahl anderer Ursachen auszuschließen. Erkrankungen im Inneren des Beckens, im Bauchraum oder sogar Nerven- und Gefäßstörungen können ebenfalls Beschwerden verursachen.
Häufig kommt es auch zu Überschneidungen von Krankheitsbildern und Symptomen aus unterschiedlichen Fachgebieten. Speziell bei Erkrankungen aus dem rheumatischen Bereich sollte dies sorgfältig untersucht und geprüft werden.
Leisten- oder Hüftschmerzen können aber auch durch viele orthopädische Leiden hervorgerufen werden.
Es sind weit mehr als hundert verschiedene Ursachen für eine Hüftarthrose bekannt. Man kann die Coxarthrose nach weitgehend unbekannter Ursache (primäre Coxarthrose) und Arthrosen nach bestimmten Grunderkrankungen (sekundäre Coxarthrosen) wie Rheuma, Durchblutungsstörungen, angeborene Formveränderungen, Unfallschäden, Stoffwechselstörungen, genetische Erkrankungen, etc. unterscheiden.
Die Diagnose kann durch die geschilderten Beschwerden, durch die klinische Untersuchung des Orthopäden, sowie durch eine Röntgenuntersuchung festgestellt werden.
Die im Rahmen des allgemeinen Arthroseverlaufs der Hüfte entstehenden Beschwerden schränken die Lebensqualität mehr und mehr ein und benötigen eine Therapie.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung der Hüftarthrose hat hauptsächlich zum Ziel, die Schmerzen zu lindern, eventuelle Entzündungen im Hüftgelenk zu dämpfen und die Beweglichkeit der Hüfte zu erhalten. Behinderungen sollen minimiert und die Lebensqualität des Patienten trotz des Hüftverschleißes verbessert werden.
Im Frühstadium der Coxarthrose kann der Patient selbst viel zum Verlauf der Erkrankung und der Verbesserung des Krankheitsbildes beitragen. Eine große Rolle spielt dabei die gründliche Aufklärung über die Krankheit und die Beratung über eine Änderung der Lebensgewohnheiten. Zielsetzung ist, mit einer vernünftigen Gelenkbelastung in Sport und Beruf und mit regelmäßiger, gezielter Gymnastik die Beweglichkeit der Hüfte und die Muskelkraft zu erhalten. Vor allem die deutliche Reduzierung von Übergewicht trägt erheblich zur Besserung bei: Schon eine Verringerung des Körpergewichts um 5kg bewirkt die Senkung des Arthroserisikos um nahezu 50%!
Bei mittlerem Stadium der Hüftarthrose werden Maßnahmen, Hilfsmittel und Geräte zum Schutz der Gelenke empfohlen. Einfache, schmerzstillende Medikamente und Therapien mit modernen, magenfreundlichen Antirheumatika leisten gute Dienste. Die Schmerztherapie- mit und ohne Medikamente- schaltet dabei idealerweise die Schmerzursache aus. Moderne Antirheumatika beseitigen die Gelenkbeschwerden, ohne belastend für den Organismus zu sein. Physiotherapeutische Maßnahmen zur Linderung der Symptome, oder eine spezielle Spritzentherapie kann ebenfalls erforderlich sein. Bei der Physikalischen Therapie werden Muskeln und Beweglichkeit gestärkt. Lokale physiotherapeutische Anwendungen sind wichtige nichtmedikamentöse Komponenten die die Schmerzen lindern, den Stoffwechsel anregen und Entzündungen abbauen. Fehlstellungen von Hüftgelenken und Situationen mit Fehlbelastungen (längeres Stehen, Knien oder Hocken) lassen sich durch gezieltes Training bessern. So entsteht im Alltag ein bewussterer Umgang mit Bewegung und ein und die Patienten lernen, ihre Hüftgelenke so gut wie möglich zu schonen. Zusätzlich lässt sich auf diesem Weg häufig eine Besserung von Schmerzen, Steifigkeit und anderen Symptomen erzielen. Orthopädietechnische Maßnahmen wie Schuhzurichtungen, Entlastungshilfen, Gehstützen, Bandagen und Orthesen entlasten und unterstützen die Therapie. Darüber hinaus können im Rahmen einer medikamentösen Therapie abschwellende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Stoffe eingesetzt werden. Auch mit homöopathischen Arzneimitteln werden gute Erfolge erzielt. Die pulsierende Magnetfeldtherapie wird ebenfalls sehr erfolgreich bei der Arthrosetherapie eingesetzt. Bei Knorpelschäden eines noch relativ geringen Grades werden alternative Methoden zur Bildung von Ersatzknorpelgewebe angewendet.
Sehr gute Ergebnisse werden mit der Orthokin-Therapie erzielt, bei der körpereigene Immunproteine direkt an den erkrankten Stellen wirken und der Knorpelzerstörung Einhalt gebieten können.
Bei fortgeschrittenem Krankheitsstadium bleiben noch die operativen Maßnahmen. Lokal begrenzte Knorpelschäden lassen sich häufig durch Hüftarthroskopien beheben. Dabei werden minimal invasiv abgebrochene Knorpelstücke entfernt und der aufgeraute, zerrissene Knorpel geglättet. Dadurch beruhigt sich auch die Gelenkinnenhaut und die Hüftbeschwerden klingen ab.
Das Auffüllen von Knorpeldefekten mit körpereigenem Ersatzgewebe ist eine arthroskopische Möglichkeit zu therapieren. Dazu gehören eine Vielzahl von Eingriffen mit Bohrungen, Mikrofrakturierung und Abrasion.
Das Tissue-Engineering ist eine innovative Methode, um begrenzte Knorpelschäden mit Hilfe von Sphäroiden zu reparieren. Hierbei werden einige Knorpelzellen an einer unbelasteten Stelle des Gelenks entnommen und anschließend in einem Speziallabor vermehrt. Die Zellen können in Kugelform gezüchtet und je nach Lage des Knorpeldefekts sogar arthroskopisch eingepflanzt werden. Diese Behandlung bietet derzeit den hochwertigsten Ersatz für den defekten Knorpel an. Die Einsatzmöglichkeiten und Erfahrungen am Hüftgelenk sind bisher jedoch begrenzt.
Die Korrektur von Achsfehlstellung durch Umstellungsosteotomien bei begrenzten Gelenkschädigungen können eine deutliche mechanische Entlastung erreichen. Dies ist besonders bei Hüftfehlformen der Fall.
Dadurch können Schmerzen gelindert und der Krankheitsverlauf gebremst werden.
Bei weit fortgeschrittener Gelenkzerstörung kommt die Hüftendoprothetik zum Einsatz. Hier wird- je nach Größe und Beschädigung des betroffenen Areals und dem Alter des Patienten - die Oberflächenersatzprothese nach McMinn (BHR, Hüftüberkronung) oder die standardmäßig verwendete Hüftprothese auch Hüft-TEP oder Totalendoprothese verwendet. Moderne Materialien und neuartige minimal invasive Operationszugänge sorgen für eine möglichst geringe Belastung und gute Langzeitergebnisse. Durch den künstlichen Gelenkersatz werden der natürliche Bewegungsablauf und damit die Funktion des Gelenks wieder hergestellt und die Schmerzen beseitigt. Die neue Prothesengeneration macht sie sogar für jüngere Patienten attraktiv, die hohe Belastbarkeit und lange Haltbarkeit erwarten.


