Keine Hand gleicht der anderen, nicht einmal die linke der rechten.
Das Kleinkind lernt zuerst mit den Händen, indem es Dinge begreift und erfasst. Über die Hände treten wir in Kontakt mit der Umwelt - wir streicheln, befühlen und fassen an. Gehirn und Hand stehen in einem engen Zusammenhang.
Da die Erkrankungen der Hand sehr verschieden sind, erfordern sie auch eine besondere Beachtung und spezielle Ausbildung des Arztes.
Funktionell stellt die Hand ein höchst komplexes Zusammenspiel von Einzelknochen, Sehnen, Bändern, Muskeln, Nerven und Gelenken dar, die auf der Erde ihresgleichen sucht. Die Handwurzel (Carpus) wird bei ihm aus den acht Handwurzelknochen (Kahnbein, Mondbein, Kopfbein, Großes Vieleckbein, Kleines Vieleckbein, Dreieckbein, Erbsenbein, Hakenbein) gebildet, die gelenkig miteinander verbunden sind. Sie liegen in zwei Reihen und bilden mit Speiche und Elle das Handgelenk. An die Handwurzel schließt sich die Mittelhand an, die aus fünf lang gestreckten Mittelhandknochen gebildet wird. Den frei beweglichen Teil der menschlichen Hand stellen die fünf Finger mit ihren insgesamt 14 Fingerknochen (zwei für den Daumen und je drei für die anderen vier Finger) dar.
Die Muskulatur der Hand ist sehr komplex, wobei nur ein Teil der Bewegung durch Muskeln in der Hand ermöglicht wird. Ein Großteil der 33 beteiligten Muskeln liegt im Unterarm und entsendet lediglich seine Sehnen zur Kraftübertragung in die Hand. Gruppen von kräftigeren Muskeln in der Hand selbst bilden den Thenar auf der Daumenseite und den Hypothenar auf der Seite des kleinen Fingers. Kleine Muskeln liegen zwischen den Mittelhandknochen.
Die Hand wird von drei Nerven versorgt: Nervus ulnaris, Nervus medianus, Nervus radialis. Die Blutversorgung erfolgt über die Arteria radialis und ulnaris die miteinander verbunden sind.
Die Handfläche ist durch eine robuste Sehnenplatte (Palmaraponeurose) geschützt und erlaubt somit einen kraftvollen Griff. Die ungewöhnlich grosse Präzision der menschlichen Hand wird über zahlreiche Sensoren an den Fingerenden erreicht. Allein in der Handinnenfläche nehmen in der etwa 17.000 Fühlkörperchen (140 pro cm²) Druck-, Bewegungs- und Vibrationsreize auf.
Durch die enorme Komplexität der Hand als Instrument und Sinnesorgan sind Erkrankungen im Bereich der Sehnen und Nerven keine Seltenheit und können aufgrund der Bedeutung der Hand im Alltag eine ernorme Beeinträchtigung darstellen.

