|
Was ist eine Wirbelsäulenarthrose (Facettengelenksarthrose)? Ähnlich wie am Knie oder anderen Gelenken können auch die Facettengelenke, die jeweils zwei Wirbelkörper an den Gelenkfortsätzen miteinander verbinden, verschlissen werden. Ist der Gelenkknorpel abgenutzt und reiben die Knochen aufeinander, handelt es sich um eine meist schmerzhafte Wirbelsäulenarthrose. |
![]() Klicken Sie hier, um eine Animation über die Facettengelenksarthrose zu sehen |
Da es sich bei der Wirbelsäulenarthrose wie bei jeder Arthrose um eine Verschleißerscheinung handelt, ist dies eine typische Erkrankung des höheren Alters. Wird die Wirbelsäule stark belastet, kann die Facettengelenksarthrose auch schon in früheren Lebensjahren auftreten. Eine hohe Belastung für die Gelenke stellt beispielsweise Übergewicht dar. Durch das Übergewicht kommt es zusätzlich zu einer Fehlbelastung der Wirbelsäule und damit der Zwischenwirbelgelenke, was zu einem schnelleren Verschleiß und dadurch zum früheren Beginn einer Wirbelsäulenarthrose führt. Als weitere Ursachen werden körperliche Tätigkeiten, wie schweres Heben und Tragen oder Ausüben bestimmter Sportarten, Bandscheibenverschleiß, Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliose, Hohlkreuz), schwache Rückenmuskulatur und Osteoporose gesehen.
Wie äußert sich eine Wirbelsäulenarthrose?
Eine Wirbelsäulenarthrose wird als starke Rückenschmerzen wahrgenommen. Die ersten Schmerzen treten in der Regel morgens unmittelbar nach dem Aufstehen auf, wenn die Wirbelsäule das Körpergewicht wieder zu tragen hat und dadurch etwas zusammensinkt. Die verschlissenen Knorpelstellen gleiten übereinander, was sich durch die Schmerzen äußert. Am häufigsten sind die Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule lokalisiert und können in das Bein, Gesäß und die Leistengegend ausstrahlen. Befindet sich die Facettengelenksarthrose im Halsbereich, so leidet der Patient an Nackenschmerzen, die sich in die Unterarme, den Hinterkopf oder auch den oberen Rücken fortleiten können.
Welche Untersuchungen werden durchgeführt?
Der Arzt prüft die Beweglichkeit und die Sensibilität und testet, wann die Schmerzen auftreten. Außerdem ist die genaue Lokalisation der Schmerzen sehr wichtig. Zusätzlich wird ein Röntgenbild, ein CT oder ein MRT angefertigt, um knöcherne Veränderungen an den Wirbelgelenken oder andere Wirbelsäulenschäden wie Bandscheibenvorfälle zu erkennen. Um festzustellen, ob die Schmerzen wirklich von den Facettengelenken und nicht von einer anderen Struktur wie den Bandscheiben oder den Nervenwurzeln ausgehen, kann es sinnvoll sein, die betroffenen Gelenke mit einem Schmerzmittel unter Röntgenkontrolle anzuspritzen. Die Arthrose ist dann nachgewiesen, wenn der Patient nach der Injektion eine zeitlang schmerzfrei ist.
Wie wird die Wirbelsäulenarthrose therapiert?
Zunächst wird eine konservative nichtoperative Therapie versucht. An erster Stelle steht hier die Krankengymnastik zum Aufbau der Bauch- und Rückenmuskulatur. Dadurch können die Wirbelgelenke entlastet werden. Auch Wärmeanwendungen könne Linderung verschaffen. Als vorübergehende Schmerztherapie können Medikamente eingenommen oder vom Arzt über eine Spritze gegeben werden. In schwereren Fällen können mittels Strom die Nerven an den Wirbelgelenken verödet und dadurch eine vorübergehende Schmerzfreiheit erreicht werden (Thermokoagulation). Sehr selten kann es auch sein, dass die Wirbelsäule operativ versteift werden muss oder ein Implantat zwischen die Gelenkfortsätze der Wirbelkörper eingesetzt wird, wodurch das Wirbelgelenk entlastet wird.


Facettengelenksarthrose